Zum diesjährigen Arbeitseinsatz Ende April sind wir mit einigen Hausaufgaben angereist. Für die Heimatstube wollten wir uns besonders Zeit nehmen, um einige notwendige Arbeiten nach dem langen Winter durchzuführen. Es galt auch das von Maria Schenker und Maria Onghert-Renten 2013 in der ehemaligen Burghüterwohnung geschaffene Kleinod dörflichen Großauer Lebens, aufzufrischen und die Trachtenpuppen neu herzurichten. Insbesondere die Kopfbedeckungen der Frauen mussten neu gemacht werden.  Gerade weil Frau Schenker und Hilda Albrich sich zum Arbeitseisatz angemeldet hatten, war die Hausaufgabenliste lang.

Diese Nachricht brachte zunächst Kurator Mathias Krauss bereits Wochen vor dem Einsatz in die Bredouille. Wie soll Frau Schenker die steilen Holztreppen in die Heimatstube hochgehen und wieder herunterkommen?!

Schon 2021 hatte sie ihm gegenüber die Bitte geäußert, den alten Zugang von der Speckturmseite zur Heimatstube wieder herzustellen. Dafür waren erstmal umfangreiche vorbereitende Arbeiten notwendig. Der Weg um den Speckturm musste von Holunder-Wildwuchs, Steinen und Ziegeln freigemacht werden, der Boden geebnet, bevor man mit dem Errichten einer Treppe beginnen konnte. Harald Krauss fertigte die Skizze der Treppe an, die dann von Fachleuten aus den vor Ort befindlichen Steinen und Ziegeln gebaut wurde. Man glaubt es kaum, aber die Treppe war am Tag vor dem offiziellen Beginn des Arbeitseinsatzes fertig! Punktlandung! Frau Schenker konnte nun sicheren Fußes in die Heimatstube gehen. Leider musste das verschoben werden – aus gesundheitlichen Gründen konnte sie leider nicht anreisen….

Die Generalreinigung der beiden Stuben und des Ganges war eine zeitintensive Arbeit. Schränke, Betten, Schubladenkästen, Puppen, Teppiche, Geschirr – einfach alles wurde bewegt, gereinigt, vieles gewaschen und gebügelt und neu wieder eingerichtet. Die Bockelung der jungen sächsischen Frau wurde von Katharina Grennerth-Zeck neu gemacht. Die Fisier der landlerischen Braut wurde von Marianne Liebhart neu gerichtet, mit Bändern, Schleifen und Blumen – hatten wir doch die Fisier für den Trachtenumzug in Dinkelsbühl und den Oktoberfestumzug 2025 ausgehliehen.

Ein tolles Team, das akkurat die Großauer Traditionen umgesetzt hat:

Marianne Liebhart, Elise Krauss, Katharina Grennerth-Zeck, Rita Almus, Charlotte Schunn, und ich war auch dabei …

Herzlichen Dank für den Einsatz! Wir hatten viel Arbeit, aber auch viel Spaß und Freude!

Herzlichen Dank für die Spenden die im letzten Jahr für die Heimatstube eingegangen sind. Wir freuen uns sehr, wenn das Projekt Heimatstube auch weiter mit eurer Zuwendung bedacht wird.

Die Herstellung des Zugangs über die Steintreppe ist Handwerkskunst, die ihren Preis hat. Gerade für solche Projekte, brauchen wir dringend die finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft! Zusammen können wir viel bewegen! Durch dieses Projekt bekommt die Heimatstube eine immense Aufwertung, sie ist leichter zugänglich und kann von vielen Besuchern besichtigt werden. Die Welt der Großauer Sachsen und Landler – wie sie mal war – bleibt in diesen Stuben sichtbar und greifbar.

Dagmar Baatz