Die Gründung von Grossau gehört gewiss zur ersten Ansiedlungswelle deutscher Siedler, die vom König Geisa II. zum Schutze der Krone in den Jahren 1141 - 1161 nach Siebenbürgen gerufen worden waren.

Großau ist demnach genauso wie Hermannstadt älter als Berlin oder München. Während man 1987 die 750 - Jahr - Feier Berlins beging, ist Großau rund 100 Jahre älter. - Es liegt nur 10 km westwärts von Hermannstadt entfernt, der damalige "Vila Hermni", am Zibinsfluß aufwärts. Darum gehört es auch zu dem sogenannten "alten Land". - So wie die Sage die Gründung von Hermannstadt erzählt, wird es auch bei der Gründung von Großau gewesen sein. Die Anführer, barfüßig und barhäuptig, legten sich eine Erdscholle aufs Haupt und schwuren bei dem in der Erde gesteckten Schwert Treue zum König und zur Scholle.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1223, das ist weniger als 100 Jahre nach der Einwanderung, aber noch vor dem Mongolensturm (1241). Sie lautet: "Insula cristiana", d.h. "christliche Insel" oder "christliche Aue". Es gibt aber auch noch eine Reihe anderer Bezeichnungen aus späteren Jahrzehnten und Jahrhunderten. Ich will einige davon nachstehend anführen: "Insula" (1359) "Magna insula" (1359), "Insular Maior" (1377). Die erste ungarische Bezeichnung lautet "Keresztenzygeth" (1395) und die rumänische "Cristianu", die 1787 erstmalig dokumentarisch belegt ist. Der deutsche Ortsname Grossau Taucht zuerst im Steuerregister des Herzmannstädter Stuhles aus dem Jahre 1468 auf. In späteren Quellen finden wir die alte sächsische Bezeichnung: "Von der Hawin" (1478), "Von der Hawen" (1480) oder "Von der Aw" (1484). Der Buchstabe w hat den Lautwert von u. - Während die rumänische Bezeichnung "Cristian" der ältesten Ortsbezeichnung "Insula Cristiana" (1223) folgt, hat die deutsche bzw. sächsisch - mundartliche Bezeichnung "Grossau" oder "Grisa" sich an die späteren urkundlichen Eintragungen, nämlich "Insula magna" (1359), gehalten. Es ist vielleicht noch erwähnenswert, dass die 1. Beurkundung von Großau im Zusammenhang mit der Festlegung der Hattertgrenze zwischen Michelsberg und Großau geschieht. In der lateinischen Urkunde wird ein Weg genannt, der nach "Insulam Cristanam" führt. In derselben Urkunde wird übrigens auch Hermannstadt erstmalig erwähnt.
Dass man auf das Attribut ,,christlich" (Insula Cristiana) ein besonderes Gewicht legte, ist in jener Zeit vollauf verständlich, da die Kreuzzüge bewusst deswegen geführt wurden, um das christliche Abendland gegen die ,,Ungläubigen" zu schützen, die die abendländische Kultur und den christlichen Glauben, vor allem durch das Vordringen des Islams, bedrohten. Man wollte eine christliche Insel sein gegen alle Gefahren aus dem Osten, von welchem Heidenvolk sie auch immer kamen. - Zum 1. Kreuzzug rief Papst Urban II. im Jahre 1095 auf 200 Jahre haben die Kreuzzüge das christliche Abendland wesentlich beeinflusst und erschüttert. Im Jahre 1217 unternahm der ungarische König Andreas II., der Vater der heiligen Elisabeth von Thüringen, einen Kreuzzug in das Heilige Land, an dem auch eine bedeutende Zahl von Sachsen den Vortrab bildeten. Es ist derselbe König, der den Sachsen den Goldenen Freibrief ausstellte.
Aus dem Steuerregister des Hermannstädter Stuhles geht hervor, dass Großau hinter Heltau die zweitgrößte Gemeinde des Stuhles war. Trotzdem darf man sich die damaligen Gemeinden nicht sehr volk- und häuserreich vorstellen. Mit der Annahme von 40 Häusern pro Gemeinde hat man schon hochgegriffen. Es hat lt. einer Urkunde aus dem Jahre 1337 auch ein ,,Kleinau" gegeben, in dem der damalige katholische Priester von Großau Gläubige zu betreuen hatte. Es heißt in der Urkunde: Henricus ,,de Maiori insula et de minori. Wo dieses Kleinau wohl gelegen hat? Es ist anzunehmen, dass es ganz in der Nähe von Großau lag und die beiden im Laufe der Zeit zusammenwuchsen, oder Kleinau ist in den Türkenkriegen zerstört und nicht wieder aufgebaut worden.


(Text: Pfarrer Ernst Martin Weingärtner)

Aktuelles

20 Jahre Großauer Trachtengruppe beim Trachtenumzug in Dinkelsbühl

Dieses Jahr feierte die Trachtengruppe Großau ihr 20-jähriges Jubiläum.  Weiterlesen ...

Arbeitseinsatz Friedhof Großau 2018

"Meine Damen und Herren, wir dürfen sie recht herzlich in Sibiu begrüßen.", so die Durchsage der Stewardesse beim Landen am Hermannstädter Flughafen.

Der vierte Arbeitseinsatz findet in Großau statt, genauer gesagt vom 27.04.2018 bis zum 01.05.2018. Viele freiwillige Helfer haben sich schon angemeldet um den Großauer Friedhof auf Vordermann zu bringen, insgesamt 27 Leute an der Zahl. Einige Helfer sind schon vor Tagen angereist. Am 25.04. und am 26.04. wurde schon fleißig gearbeitet. Vor Ort befinden sich zur Zeit Marianne und Hans Liebhart, Elise und Mathias Krauss, Elise und Georg Zeck, Irmgard und Michael Weber sowie Andreas Beer und Christian Ramsauer. Die restlichen Teilnehmer folgen in den nächsten Tagen.

Der Kirchenmaler Josef Stieger wurde angagiert um Inschriften an einem Grabstein fachmännisch und gewissenhaft zu restaurieren. Es handelt sich um die Ruhestätte der im letzten Jahr beigesetzten Elise Klamer. Ihr sehnlichster Wunsch war es, in der Großauer Heimaterde bestattet zu werden. Ihrem Wille wurde nachgekommen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück teilten sich die Anwesenden in eine Friedhofsgruppe und einer Kirchenburggruppe auf. Es wurden mit den Mäharbeiten in der Kirchenburg begonnen, kleine Reparaturen wurden durchgeführt, mit den Dokumentationsarbeiten am Friedhof sowie mit den Mäharbeiten an den Hauptwegen zu den Gräbern gestartet.

Der köstliche Duft der angebotenen Bertramsuppe führte alle wieder zu Tisch. Honorarkonsul Andreas Huber besuchte die Gruppe und erkundigte sich nach ihrem Wohlbefinden.

Das sonnige Wetter spielte hervorragend mit damit die heutig gesteckten Arbeitsziele erreicht werden können. Bei 26 Grad ließ es sich gut arbeiten. Für Josef Stieger wurde extra ein Pavillion über dem zu restaurierenden Grabstein aufgestellt und die Seiten mit durchsichtiger Folie zugeklebt. Die Grabinschriften sollten vergoldet werden. Hierfür wurde hauchdünnes Blattgold verwendet. Auftretender Wind hätte ohne Überdachtung und Abschirmung diese filigrane Arbeit zu nichte gemacht. Doch am Nachmittag frischte der Wind auf. Der Himmel über den Karpaten färbte sich dunkel. Blitze und Donner durchzogen die Luft. Sekündlich wurde der Wind stärker und stürmischer. Er riss das Pavillion aus der Bodenverankerung und ließ es etliche Meter durch die Luft fliegen bis es auf den Boden krachte. Das Pavillion war zwar kaputt aber wichtiger war es das niemand verletzt wurde.

Arme und Beine wurden schwerer, die Abendstunde rückte immer näher. Bei einem gemeinschaftlichen Plausch in der Küche des ehemaligen Pfarrhauses wurde der Tag besprochen und sich gemütlich unterhalten.

Christian Ramsauer

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