Auch nach der Auswanderungswelle Anfang der 90 Jahre besteht die Kirchengemeinde Großau, jedoch mit stark geschrumpfter Mitgliederzahl. Ursprünglich war die Kirchegemeinde Großau eine selbstständige Kirchengemeinde, die dem Bezirkskonsitorium Hermannstadt untergeordnet war. Zusammen mit den Bezirken Schäßburg, Kronstadt, Mediasch und Mühlbach bilden sie die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien (Leitung: Bischof Rainhard Guib). Aufgrund der geringen Mitgliederzahlen ist die Kirchengemeinde Großau heute nicht mehr selbstständig. Sie hat sich zusammegeschlossen zu einer Diasporagemeinde mit den Gemeinden Neppendorf, Hamlesch, Reußdörfchen und Kleinscheuern. Der zuständige Pfarrer ist Dechand Heinz-Dietrich Galter.

Die 4 Gemeinden der Diaspora zählten 2011 folgende Mitgliederzahlen:

  • Neppendorf: 107
  • Großau: 40
  • Hamlesch: 31
  • Reußdörfchen: 33

 

.: Mitgliedschaft

Aufgrund der geringen Mitgliederzahlen wurde von der Landeskirche eine weitere Form der Mitgliedschaft eingeführt: Neben der Vollmitgliedschaft besteht die Möglichkeit einer Mitgliedschaft mit Sonderstatus.

Die volle Mitgliedschaft. Diese gilt für Evangelische jedwelcher Staatsbürgerschaft. Voraussetzung ist, daß der Antragsteller mindestens ein halbes Jahr in Rumänien verbringt. Sie bringt mit sich alle Rechte und Pflichten.


Die Mitgliedschaft im Sonderstatus. Diese gilt besonders für Evangelische mit Wohnsitz ausserhalb Rumäniens. Sie ist nicht an Staatsbürgerschaft, Wohnsitz oder Aufenthaltsdauer gebunden. Die Rechte die damit erworben werden sind denen der vollen Mitgliedschaft gleich, außer dem Recht zu wählen oder gewählt zu werden. Diese Mitgliedschaft wurde für diejenigen eingerichtet, die die Gemeinde unterstützen wollen, sich aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen jedoch nicht mehr aktiv am Gemeindeleben beteiligen können.

Rechte der Mitglieder im Sonderstatus:

  • Recht auf Kasualien (Taufe, Trauung, Konfirmation, Beerdigung) zu den Tarifen für Gemeindeglieder.
  • Recht auf Information.
  • Recht auf Seelsorge.
  • Recht auf Grabstelle zu den Tarifen für Gemeindeglieder.
  • Recht auf diakonische Hilfe (auf Ansuchen).

Pflichten der Mitglieder im Sonderstatus:

  • Pflicht zur Teilnahme am Gemeindeleben.
  • Pflicht zu einem dem Evangelium entsprechenden Leben.
  • Pflicht zur Zahlung eines jährlichen Kirchenbeitrags

 Antragsformular: PDF-Dokument mit Anmeldeformular

Weitere Informationen:  Evangelische Kirche A.B. in Rumänien, Evangelisches Bezirkskonsistorium Hermannstadt

 

.: Enteignung und Restitution

Während des kommunistischen Regimes wurden der Kirchengemeinde Großau in der Nachkriegszeit mehrere Inmmobilien enteignet. Im Jahre 2003 stellte die damals noch eigenständige Kirchengemeinde Großau Anträge auf Rückerstattung folgender Immobilien:

  • Schule (Grundbuch): CF nr. 447, Top 949 (A+3), derzeit CF 6065, 1044 m²
  • Schule und Saal: CF nr. 990, Top 950, 951 (A+2), derzeit CF 6065
  • Schule: CF. nr. 447, Top 939, 940 (A+2), derzeit CF 6065, 958 m²
  • Kindergarten: CF nr. 2423, Top 938 (A+3), derzeit CF 6065, 1033 m²
  • Dampfbutereigebäude: CF nr. 3360, Top 718 a/1 (A+1), 288 m²
  • Post und Telefonzentrale (ehem. Lehrerwohnung): CF. nr. 447, Top 716 (716/1, 716/2)

Sämtliche Anträge wurden von der „Comisia Speciala de Retrocedare“ inBukarest 2009 genehmigt. Das Bürgermeisteramt der politischen Gemeinde Großau/Cristian legte daraufhin Einspruch ein. Die Rückerstattung wird seitdem vor Gericht verhandelt.

 

 

 

Aktuelles

20 Jahre Großauer Trachtengruppe beim Trachtenumzug in Dinkelsbühl

Dieses Jahr feierte die Trachtengruppe Großau ihr 20-jähriges Jubiläum.  Weiterlesen ...

Arbeitseinsatz Friedhof Großau 2018

"Meine Damen und Herren, wir dürfen sie recht herzlich in Sibiu begrüßen.", so die Durchsage der Stewardesse beim Landen am Hermannstädter Flughafen.

Der vierte Arbeitseinsatz findet in Großau statt, genauer gesagt vom 27.04.2018 bis zum 01.05.2018. Viele freiwillige Helfer haben sich schon angemeldet um den Großauer Friedhof auf Vordermann zu bringen, insgesamt 27 Leute an der Zahl. Einige Helfer sind schon vor Tagen angereist. Am 25.04. und am 26.04. wurde schon fleißig gearbeitet. Vor Ort befinden sich zur Zeit Marianne und Hans Liebhart, Elise und Mathias Krauss, Elise und Georg Zeck, Irmgard und Michael Weber sowie Andreas Beer und Christian Ramsauer. Die restlichen Teilnehmer folgen in den nächsten Tagen.

Der Kirchenmaler Josef Stieger wurde angagiert um Inschriften an einem Grabstein fachmännisch und gewissenhaft zu restaurieren. Es handelt sich um die Ruhestätte der im letzten Jahr beigesetzten Elise Klamer. Ihr sehnlichster Wunsch war es, in der Großauer Heimaterde bestattet zu werden. Ihrem Wille wurde nachgekommen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück teilten sich die Anwesenden in eine Friedhofsgruppe und einer Kirchenburggruppe auf. Es wurden mit den Mäharbeiten in der Kirchenburg begonnen, kleine Reparaturen wurden durchgeführt, mit den Dokumentationsarbeiten am Friedhof sowie mit den Mäharbeiten an den Hauptwegen zu den Gräbern gestartet.

Der köstliche Duft der angebotenen Bertramsuppe führte alle wieder zu Tisch. Honorarkonsul Andreas Huber besuchte die Gruppe und erkundigte sich nach ihrem Wohlbefinden.

Das sonnige Wetter spielte hervorragend mit damit die heutig gesteckten Arbeitsziele erreicht werden können. Bei 26 Grad ließ es sich gut arbeiten. Für Josef Stieger wurde extra ein Pavillion über dem zu restaurierenden Grabstein aufgestellt und die Seiten mit durchsichtiger Folie zugeklebt. Die Grabinschriften sollten vergoldet werden. Hierfür wurde hauchdünnes Blattgold verwendet. Auftretender Wind hätte ohne Überdachtung und Abschirmung diese filigrane Arbeit zu nichte gemacht. Doch am Nachmittag frischte der Wind auf. Der Himmel über den Karpaten färbte sich dunkel. Blitze und Donner durchzogen die Luft. Sekündlich wurde der Wind stärker und stürmischer. Er riss das Pavillion aus der Bodenverankerung und ließ es etliche Meter durch die Luft fliegen bis es auf den Boden krachte. Das Pavillion war zwar kaputt aber wichtiger war es das niemand verletzt wurde.

Arme und Beine wurden schwerer, die Abendstunde rückte immer näher. Bei einem gemeinschaftlichen Plausch in der Küche des ehemaligen Pfarrhauses wurde der Tag besprochen und sich gemütlich unterhalten.

Christian Ramsauer

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