Unter diesem Motto fand vom 04.- 6. Juli 2014 das nun schon 5. traditionelle Wanderwochenende der Landler in ihrer Urheimat Bad Goisern statt.

Dank der Organisatoren Christl und Herbert Kefer, Renate Bauinger-Liebhardt und mit Unterstützung des Evangelischen Bildungswerks Oberösterreich und Bad Goisern, sowie der Gemeinde Bad Goisern am Hallstättersee, erlebten ca. 150 Landler ein beeindruckendes Wochenende. Anlass war der 04.07.1734, der Tag an dem vor rund 280 Jahren 264 Personen aus dem Salzkammergut ihre Heimat verlassen mussten, weil sie ihren evangelischen Glauben nicht aufgeben wollten. Das angedachte gemütliche Beisammensein entpuppte sich zu einem Treffen mit und unter Freunden; vor allem aber freuten wir uns über den Besuch aus Siebenbürgen, den wir überraschend dort antrafen. Trotz unterschiedlicher Dialektfärbungen fühlte man sich wohl und genoss das Miteinander. Treffen wie diese sind Anlass und Grund sich seiner Wurzeln zu besinnen, Traditionen besser zu verstehen und sie evtl. wieder neu zu beleben oder ihrer zu gedenken. Vieles was in der Vergangenheit mit Skepsis und Unverständnis betrachtet wurde, wird im Laufe der Jahre klarer und wertvoller und mit der eigenen Lebensweisheit kommt auch die Gewissheit, dass viele der gelebten Bräuche und Abläufe im Jahresrhythmus ihre Berichtigung hatten und wir uns vielleicht das eine oder andere zu eigen gemacht haben und danach leben. Die geplante Wanderung zur Hütteneck-Alm fand trotz strömenden Regens statt und der liebe Herrgott hatte ein wohlwollendes Auge auf die Landler und ihre Wege auf den Spuren ihrer Vorfahren denn, der Regen hörte auf und machte den Blick frei auf das beeindruckende Dachsteinmassiv. 120 Teilnehmer nahmen an einem emotionalen und zu Herzen gehenden Gottesdienst mit Pfarrer Wolfgang Rehner und Pfarrer Dieter Galter teil. Mit den Klängen der „Beriga Musi“ sowie begleitet vom Glockengeläute der Kühe auf der Alm nahm uns Pfarrer Rehner auf die Reise unseres Protagonisten Sepp. Dieser junge 23jährige Mann geht den nun schon bekannten schweren Weg ins ferne Siebenbürgen. Über verschlungene Schicksalswege gelangt er zu den Eltern und Geschwistern nach Neppendorf – sein Grabstein auf der Südseite des Chorraumes der Neppendorfer Kirche ist vielen bekannt.


Nach einer herzlichen Begrüßung durch Renate Bauinger-Liebhardt und Herbert Kefer im Festsaal der Marktgemeinde Bad Goisern, folgten Kurzvorträge von Christa Wandschneider, Frank Schartner und Renate Bauinger-Liebhardt. Das Grußwort der Gemeinde überbracht Bürgermeister Peter Ellmer, der uns zusicherte immer einen Platz und ein Ohr für die Landler zu haben.
Christa Wandschneider referierte über die Entstehungsgeschichte der Maschinenfabriken Andreas Rieger AG in Herrmannstadt. Der Werdegang des Bauernsohnes aus Großpold Andreas Rieger bis hin zur Entstehung eines der bedeutendesten Unternehmen in Siebenbürgen, die sogenannte „Maschinenfabriken And. Rieger AG“, zeugt von dem beeindruckenden Schicksal einer Landlerfamilie. Leider fand dieses Unternehmen nach der Enteignung des Betriebes für die Familie ein jähes Ende. Später trug das Werk den Namen „Independenta“ und wurde wie alle Fabriken in Rumänien verstaatlicht. Ganz wichtig jedoch war und ist für die Familie und Verwandtschaft die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Landler durch alle Generationen hindurch. Diese äußerte sich in der nie aufgegebenen Bindung zur Großpolder Verwandtschaft, im demonstrativen Anlegen der Landlertracht und der gegenseitigen Hilfeleistung in Not.
Frank Schartner berichtete über „Die Landler in Grossau, das Mit- und Nebeneinander mit ihren sächsischen Nachbarn“. Im Laufe der vielen Jahre wuchsen nach einer Zeit der Anpassung, das gegenseitige Verständnis in der Andersartigkeit zwischen Sachsen und Landlern. Ein gut funktionierendes Regelwerk von gemeinsamen Abmachungen, bestimmten Abläufen im täglichen und kirchlichen Miteinander führte dazu, dass sich ein konstruktives Miteinander in Grossau entwickelte. Im Verlaufe einiger Generationen entstand eine blühende Dorfgemeinschaft, in welcher jede Gruppe ihre selbständige, spezifische Eigenart in Sprache, Tracht und Dialekt erhalten und pflegen konnte. Anschließend zeigte er eine beeindruckende Dia-Show, welche die Einzigartigkeit der siebenbürgisch-sächsischen und landlerischen Trachten in Grossau dokumentierte.
Renate Bauinger-Liebhardt informierte uns über die Entstehungsgeschichte des Landlermuseums (feierliche Eröffnung am 27.06.1992) in Bad Goisern, die Hintergründe, die dazu geführt haben, in Österreich eine Begegnungs- und Identifikationsstätte für die drei Landlergemeinden Großpold, Grossau und Neppendorf zu errichten. Es ist vor allem der Privatinitiative von Frau Lore-Lotte Hassfurther, Wien, zu verdanken, dass viele Gegenstände des täglichen Lebens, Trachtenstücke und Textilien der Landler in diesem Museum ausgestellt werden konnten. Es finden sich Zeugnisse und Dokumente aus der Zeit der Deportation und Aussiedlung, Briefe, Karten und Bildmaterial. Hier finden sich Angebote für spezielle Interessengruppen mit besonderen Bedürfnissen: die Landler verlangerten ihre Gedenkfeiern und Treffen nach Bad Goisern, viele Ehrenamtliche der Gemeinde haben Gelegenheit sich hier zu engagieren und den Erhalt des Museums aktiv zu gestalten. Das Besondere an diesem Museum ist zweifelsfrei die Tatsache, dass sich hier ein Kreis schließt. Die Geschichte der Landler in Siebenbürgen kommt nach Goisern: „Vom Aufbewahrungsort wird dieses Museum Erinnerungsort, ein Stück Heimat für viele Landler“.


Eva Hoffmann (ehemals Neppendorf) nahm die Gelegenheit wahr, sich nach 16 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit von ihren Aufgaben zu verabschieden und an Jüngere weiterzugeben. Zu Recht wurde sie von den Veranstaltern die „Mutter der Landler“ genannt, denn ihr haben wir es zu verdanken, dass sie unermüdlich Treffen organisierte und in Österreich für das Verständnis der Geschichte der Landler geworben hat. Eva Hoffmann dankte für das ihr entgegengebrachte Vertrauen und die Hilfestellung der HOGs und einzelner Personen der Landlergemeinden Großau, Großpold, Neppendorf sowie der Gemeinde Bad Goisern. Eine ganz besondere Begegnung und Gedenkveranstaltung unter dem Motto „Zukunft braucht Erinnerung“ im Jahre 2009 wird uns immer in Erinnerung bleiben. Zum ersten Mal nahmen prominente Teilnehmer beider Konfessionen teil und bezogen Stellung zu dem Geschehen in der Geschichte der Landler. Wir alle danken Eva Hoffmann auf diesem Wege für ihren Einsatz und ihre Hingabe, mit welcher sie sich der Sache der Landler gewidmet und angenommen hat.


Musik, Tanz und Unterhaltung mit den „Fidelen Sunnseitlern“ rundeten dieses schöne Wochenende ab. Der Sonntagsgottesdienst am nächsten Tag sowie die gemütliche Ausklang im Hallenfest der Feuerwehr Goisern war ein schöner Abschied aus dieser nun schon zur Heimat gewordenen Gegend im Salzkammergut.

Christa Wandschneider, Großpold

 

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Aktuelles

Arbeitseinsatz Friedhof Großau 2018

"Meine Damen und Herren, wir dürfen sie recht herzlich in Sibiu begrüßen.", so die Durchsage der Stewardesse beim Landen am Hermannstädter Flughafen.

Der vierte Arbeitseinsatz findet in Großau statt, genauer gesagt vom 27.04.2018 bis zum 01.05.2018. Viele freiwillige Helfer haben sich schon angemeldet um den Großauer Friedhof auf Vordermann zu bringen, insgesamt 27 Leute an der Zahl. Einige Helfer sind schon vor Tagen angereist. Am 25.04. und am 26.04. wurde schon fleißig gearbeitet. Vor Ort befinden sich zur Zeit Marianne und Hans Liebhart, Elise und Mathias Krauss, Elise und Georg Zeck, Irmgard und Michael Weber sowie Andreas Beer und Christian Ramsauer. Die restlichen Teilnehmer folgen in den nächsten Tagen.

Der Kirchenmaler Josef Stieger wurde angagiert um Inschriften an einem Grabstein fachmännisch und gewissenhaft zu restaurieren. Es handelt sich um die Ruhestätte der im letzten Jahr beigesetzten Elise Klamer. Ihr sehnlichster Wunsch war es, in der Großauer Heimaterde bestattet zu werden. Ihrem Wille wurde nachgekommen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück teilten sich die Anwesenden in eine Friedhofsgruppe und einer Kirchenburggruppe auf. Es wurden mit den Mäharbeiten in der Kirchenburg begonnen, kleine Reparaturen wurden durchgeführt, mit den Dokumentationsarbeiten am Friedhof sowie mit den Mäharbeiten an den Hauptwegen zu den Gräbern gestartet.

Der köstliche Duft der angebotenen Bertramsuppe führte alle wieder zu Tisch. Honorarkonsul Andreas Huber besuchte die Gruppe und erkundigte sich nach ihrem Wohlbefinden.

Das sonnige Wetter spielte hervorragend mit damit die heutig gesteckten Arbeitsziele erreicht werden können. Bei 26 Grad ließ es sich gut arbeiten. Für Josef Stieger wurde extra ein Pavillion über dem zu restaurierenden Grabstein aufgestellt und die Seiten mit durchsichtiger Folie zugeklebt. Die Grabinschriften sollten vergoldet werden. Hierfür wurde hauchdünnes Blattgold verwendet. Auftretender Wind hätte ohne Überdachtung und Abschirmung diese filigrane Arbeit zu nichte gemacht. Doch am Nachmittag frischte der Wind auf. Der Himmel über den Karpaten färbte sich dunkel. Blitze und Donner durchzogen die Luft. Sekündlich wurde der Wind stärker und stürmischer. Er riss das Pavillion aus der Bodenverankerung und ließ es etliche Meter durch die Luft fliegen bis es auf den Boden krachte. Das Pavillion war zwar kaputt aber wichtiger war es das niemand verletzt wurde.

Arme und Beine wurden schwerer, die Abendstunde rückte immer näher. Bei einem gemeinschaftlichen Plausch in der Küche des ehemaligen Pfarrhauses wurde der Tag besprochen und sich gemütlich unterhalten.

Christian Ramsauer

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Einladung zum vierten Arbeitseinsatz in Großau

Vom 27.04.2018 – 01.05.2018 findet der vierte Arbeitseinsatz am Großauer Friedhof statt.

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